Sie liegen entspannt auf einer Liege, tragen eine leichte Atemmaske und atmen ruhig. Was sich dabei ändert, merken Sie kaum: Mal kommt Luft mit wenig Sauerstoff, wie auf einem Dreitausender, mal Luft mit deutlich mehr Sauerstoff als üblich. Genau dieser Wechsel ist der Trainingsreiz der Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie, kurz IHHT. Bei GoNeuro bieten wir sie in Fürth und im Gesundheitszentrum Aurachtal an.
Der Sauerstoffsensor in jeder Zelle
Jede Zelle des Körpers misst laufend, wie viel Sauerstoff ihr zur Verfügung steht, und schaltet ihren Stoffwechsel darauf um. Verantwortlich dafür ist ein Eiweiß mit dem Namen Hypoxie-induzierbarer Faktor (HIF). Sinkt der Sauerstoffgehalt, wird HIF aktiv und schaltet Gene an, die unter anderem die Bildung roter Blutkörperchen, die Versorgung mit neuen Blutgefäßen und den Energiestoffwechsel steuern.
Wie genau dieser Mechanismus funktioniert, haben William Kaelin, Peter Ratcliffe und Gregg Semenza aufgeklärt. Dafür erhielten sie 2019 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Ausgezeichnet wurde damit die Grundlagenforschung zur Sauerstoffanpassung der Zelle – also genau jener Mechanismus, den Verfahren wie IHHT gezielt ansprechen.
Vom Prinzip zum Training: so läuft eine Sitzung
Wir arbeiten mit einem Profigerät von CellGym. Über die Maske bekommen Sie in Intervallen Luft mit abgesenktem Sauerstoffgehalt und danach sauerstoffreiche Luft. Ein Fingersensor misst dabei laufend Sauerstoffsättigung und Puls; das Gerät passt die Intervalle an Ihre Werte an. Sie strengen sich dabei nicht an – Sie liegen und atmen.
Der Reiz entsteht nicht durch Anstrengung, sondern durch den Wechsel. Der Körper reagiert auf die kurzen Phasen mit wenig Sauerstoff so, wie er auch auf einen Höhenaufenthalt reagieren würde – nur dosiert, messbar und ohne Belastung für Gelenke oder Kreislauf.
Was die Forschung zeigt
Am besten untersucht ist das Verfahren bei älteren Menschen. In einer doppelblinden, randomisierten Studie mit 34 Patientinnen und Patienten zwischen 64 und 92 Jahren wurde IHHT zusätzlich zu einem Trainingsprogramm eingesetzt. Im Demenz-Screening DemTect verbesserte sich die IHHT-Gruppe um 16,7 Prozent, die Scheingruppe um 0,39 Prozent; im Uhrentest um 10,7 Prozent, während die Vergleichsgruppe um 8 Prozent nachließ (Bayer u. a., 2017).
Eine Folgestudie mit 25 Patientinnen und Patienten zwischen 77 und 94 Jahren kombinierte IHHT mit sechs Wochen Ergometertraining (Behrendt u. a., 2022). Eine systematische Übersichtsarbeit fasste 2024 die Arbeiten zu Sauerstoff-Intervallverfahren und geistiger Leistungsfähigkeit im Alter zusammen (Boulares u. a., 2024).
Auch in der Rehabilitation wird das Verfahren eingesetzt. In einer kontrollierten Pilotstudie während einer stationären Reha mit 145 Long-Covid-Patientinnen und -Patienten nahm die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Gehtest deutlich stärker zu als in der Vergleichsgruppe (Doehner u. a., 2024). Bei COPD erhielten in einer Pilotstudie 18 Patientinnen und Patienten 15 Sitzungen innerhalb von drei Wochen; Belastbarkeit und Blutwerte veränderten sich messbar gegenüber der Kontrollgruppe.
Die Studien stammen aus Kliniken und aus der Reha, teils mit anderen Geräten – sie zeigen, welches Potenzial in dem Verfahren steckt.
Zwei Wege bei GoNeuro
Wir unterscheiden zwei Anwendungen, weil sich Anlass, Ablauf und Abrechnung unterscheiden:
- Therapeutisches IHHT bei chronischen Beschwerden – begleitet durch unseren Osteopathen, 45 Minuten je Sitzung, Abrechnung nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker.
- Leistungsorientiertes IHHT für Training, Regeneration und Zellgesundheit – begleitet durch die Sportwissenschaft, 30 Minuten je Sitzung, 60 Euro, Erstbehandlung mit Anamnese 120 Euro. In den VitalPro-Tarifen ist IHHT ein- bis zweimal im Monat enthalten.
Wie oft ist sinnvoll?
Bei chronischen Erkrankungen arbeiten wir in Kuren: meist zwei Termine pro Woche über mehrere Wochen. In Studien liegen die Programme typischerweise zwischen 15 Sitzungen in drei Wochen und drei Sitzungen pro Woche über sechs bis acht Wochen. Wie lang Ihre Kur ist, richtet sich nach dem Anlass – bei dauerhaften Erkrankungen wie COPD begleiten wir auch längerfristig.
Wer IHHT für Leistungsfähigkeit, Regeneration oder als Baustein für Zellgesundheit und Anti-Aging nutzt, kommt in der Regel einmal pro Woche. Gut kombinieren lässt sich das mit einer Bio-Impedanz-Analyse und gezieltem Training.
Häufige Fragen
Wie fühlt sich eine Sitzung an?
Die meisten empfinden sie als ruhig und angenehm. Sie liegen, atmen normal und können lesen oder die Augen schließen. Manche spüren in den ersten Minuten der sauerstoffarmen Phase ein leichtes Schweregefühl – das Gerät steuert die Intervalle anhand Ihrer Messwerte.
Muss ich mich dabei anstrengen?
Nein. Anders als beim Höhentraining im Sport findet IHHT im Liegen statt. Deshalb ist es auch für Menschen geeignet, die sich körperlich wenig belasten können.
Kann ich IHHT mit Training kombinieren?
Ja, das ist sogar der übliche Weg im Sportbereich: IHHT vor oder nach der Trainingseinheit. In den erwähnten Studien wurde es ebenfalls mit Bewegungsprogrammen kombiniert.
Zahlt die Krankenkasse?
IHHT ist eine Selbstzahlerleistung. Therapeutische Sitzungen rechnen wir nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker ab; private Versicherungen erstatten sie je nach Tarif. Die Preise für den Sportbereich finden Sie unter Leistungen & Tarife.
Termin in Fürth oder im Aurachtal
IHHT gibt es bei GoNeuro im Gesundheitszentrum Fürth-Ronhof und im Gesundheitszentrum Aurachtal bei Herzogenaurach. Rufen Sie uns an unter 0911 748 999 22, dann finden wir den passenden Termin – oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Seite Zellgesundheit stärken.
